Der
2. Frankfurt City Triathlon - mein erstes Mal auf der olympischen Distanz (1,5/40/10). Wobei in Frankfurt 45km auf dem Rad zu absolvieren sind, trotzdem von der DTU noch als "olympisch" genehmigt.
Letztes Jahr hatte ich mich ja "nur" an die Sprint-Distanz gewagt...
Der Bike-Checkin war wieder am Samstag, diesmal mit geänderter Wechselzone am Langener Waldsee - vom Schwimmausstieg bis zum Radaufstieg vergingen mal gut und gerne 500m - für mich zu Fuß mit den Radschuhen, da ich a) das Aufspringen auf das Rad noch nicht beherrsche und b) auch keine Radschuhe habe, die man einfach während der Fahrt anziehen kann. Ein Projekt für's nächste Jahr. Ein anderes Projekt für's nächste Jahr ist auf jeden Fall ein Trialenker-Aufsatz, sonst fühlt sich mein Rad so "anders" inmitten der ganzen Tria-Räder...
Deutlich relaxter als letztes Jahr, aber dennoch gut aufgeregt geht es dann Sonntag an den Start. Wassertemperatur über 23 Grad Celsius, also Neopren-Verbot. Gut dass ich letzten Donnerstag noch mal eine Open-Water-Session ohne Neo eingelegt habe. Die Brühe ist aber echt warm.... Bei den Jedermänern im letzten Jahr war ich bei den schnellsten Schwimmern, weshalb ich mich damals vorne einsortiert habe. Bei den Swimnights habe ich allerdings festgestellt, dass ich bei den geübteren Schwimmern eher so im Mittelfeld mitschwimme, also stelle ich mich dieses Jahr irgendwo in der Mitte hin. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Ich muss mich durch unheimlich viele Leute im Wasser durchpflügen - ohne dass ich wirklich schnell schwimme. Wo sind hier die guten Schwimmer bitteschön? Von links bekomme ich einen Arm auf den Kopf, von rechts mit Voller Wucht eine Hand auf die Brille. Wenn sonst nix ist... so ist das nun mal. Nix passiert, weiter gehts. Das erste Drittel kommt mir unheimlich lange vor, die Strecke zieht sich. Drittel zwei und drei gehen besser, ausserdem mit weniger anderen Sportlern um mich rum, hab mich freigeschwommen, das Feld hat sich auseinander gezogen. Auf den letzten Metern hole ich mehr und mehr Frauen ein, die sind in einer eigenen Startgruppe 10 Minuten vor uns gestartet. Schwimmausstieg klappt perfekt, Beutel aufgeschnappt, ab ins Wechselzelt, was leider zu klein dimensioniert war - alles voll! Hab trotzdem noch einen Sitzplatz ergattert und ziehe meine Radschuhe an, schiebe mir schnell noch ein Gel rein, Armlinge mitgenommen und ab zum Rad. Auf dem (langen) Weg dorthin die Handschuhe und die Armlinge angezogen. War doch noch etwas frisch, um mit nakten Armen zu fahren. Am Rad den Helm und die Startnummer angelegt, Rad genommen, nach draußen geschoben und aufgestiegen. Los geht's.
Das erste Viertel der Radstrecke ist die gleiche, die ich auch letztes Jahr gefahren bin. Erst an der Friedensbrücke in Frankfurt ging's für mich ab nach Schwanheim, dort über die Brücke auf die andere Mainseite und über Gallus wieder zurück zur Friedensbrücke, wo die Runde noch mal zu absolvieren war. Fahre die ganze Strecke eine für mich recht hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, insgesamt war ich mit 32km/h deutlich schneller als in meinen Trainings. Tolle Radstrecke, viele Geradeauspassagen, wenige Kurven, durchgehend flach (die zwei Brücken unterschlagen wir mal). Ein paar Materialmodifikationen für's nächste Jahr, und ich kann noch ein bißchen scheller sein. Kurz vor der Wechselzone 2, dieses Jahr sehe ich sie rechtzeitig, gehe ich aus meinen Radschuhen raus und kann schnell vom Rad runter, renne durch die WZ, stelle mein Rad ab und freundliche Helfer reichen mir meinem Laufbeutel. Helm ab, Handschuhe und Armlinge aus, Visor auf, Laufschuhe an, weiter geht's auf die Laufstrecke.
Mir geht's gut, bin voll im Fieber, muss mich zügeln um nicht viel zu schnell das Laufen zu starten und dann nach 3km keine Kraft mehr zu haben. Selbstgespräche helfen dabei, wobei es weniger Gespräche sind als vielmehr klare Ansagen an mich selbst. Die erste Runde beginne ich mit einigem Seitenstechen, das die ersten zweieinhalb Kilometer anhält, dann ist es weg. Hab wohl irgendwann nicht mehr daran gedacht. Tolle Stimmung auf der Zeil. Nach ca. 25 Minuten gehe ich bereits auf die zweite Runde, bin jedoch schon etwas angeschlagen. Dennoch laufe ich letztendlich nur wenig langsamer. Durchhalten, weitermachen und nicht aufhören lautet die Devise, egal wie schnell oder langsam.

Nach 3 Stunden und 23 Sekunden komme ich ins Ziel. Glücklich durchgehalten zu haben und angekommen zu sein - dazu auch noch in einer für mich fabelhaften Zeit (angestrebt waren ca. 03:15:00). Und dennoch kaputt und mit schmerzenden Beinen. Aber der Schmerz geht - der Stolz bleibt! (wie schon so oft)
Vielen Dank an Annette Gasper und das gesamte Team vom
Frankfurt City Triathlon für diese tolle Veranstaltung!! Und ganz besonderen Dank gebührt den vielen tollen freiwillgen Helfern rund um die Strecke, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre - ihr wart super!!! DANKE!!!
Bis nächstes Jahr!